Dillingen

Weltgesundheitstag: Burnout bekämpfen mit Kneipp

Augsburg. Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Probleme hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Diese Schlagzeile ging in den vergangenen Tagen durch die Medien. Was Unternehmen und Angestellte tun können, um gesund zu bleiben.

107 Millionen Menschen haben sich im Jahr 2017 aufgrund von psychischen Problemen krank gemeldet. Im Jahr 2007 waren es noch rund 48 Millionen. Rund 33,9 Milliarden Euro verlieren Unternehmen durch die Ausfälle. Zurück bleibt die Frage, wie die Zukunft aussieht. Wie lassen sich steigende Belastung, Schnelllebigkeit und Druck am Arbeitsplatz mit der Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vereinbaren?

Burnout: Ursachen sind vielfältig

Die Ursachen für psychische Belastung am Arbeitsplatz sind vielfältig. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind heutzutage mit unterschiedlichsten Anforderungen konfrontiert. Sie können sich zwar kreativer einbringen, haben dadurch aber oft auch mehr Verantwortung“, sagt Ingrid Tremmel, Ansprechpartnerin für Firmenschulungen und betriebliche Gesundheitsförderung bei der Kolping Akademie in Augsburg. Bei ihren Kunden bemerke sie häufig, dass sie ihre eigenen Symptome lange nicht ernst nehmen. Wer sich müde, erschöpft und ausgelaugt fühlt sollte schnellstmöglich handeln, um besser mit der Arbeitsbelastung umgehen zu können. Eine Krankschreibung von ein paar Tagen reiche nicht aus, um langfristig und nachhaltig die eigene Gesundheit zu schonen.

Burnout: Vorsorge ist besser als Nachsorge

Was können Angestellte und Unternehmen also tun, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen? „Firmen sollten im Vorfeld aktiv werden, nicht erst, wenn Mitarbeiter über Monate hinweg ausfallen“, rät Tremmel. Die Kolping Akademie verfolgt ein ganzheitliches Konzept, das auf der berühmten Gesundheitstherapie des Priesters und Wasserdoktors Sebastian Kneipp beruht. Seine fünf Säulen der Gesundheit haben zum Ziel, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu reaktivieren und die innere Balance wiederherzustellen. Eine Mischung aus aktiver Gesundheitsförderung und mentaler Stressprävention deckt die individuellen Bedürfnisse der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer der Kolping Akademie ab.

„Stressprävention beginnt im Kopf“

Im Original Kneipp-Hotel KurOase im Kloster in Bad Wörishofen erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche Gewohnheiten im Alltag die Gefahr eines Burnouts steigern und was sie effektiv dagegen unternehmen können. Fachmediziner und Psychologen betreuen sie dabei mit einem individuell zugeschnittenen Programm. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden motiviert, selbst Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Denn Stressprävention beginnt im Kopf“, sagt Tremmel. „In den Seminaren findet eine Veränderung der Wahrnehmung auf die eigene Arbeit statt. Die Gedanken werden auf die positiven Aspekte gelenkt.“

Gemäß den fünf Kneipp’schen Säulen der Gesundheit erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem viele Tipps und praktische Übungen, die sie auch im Arbeitsalltag leicht umsetzen können – angefangen von Rezepten für eine ausgewogene und gesunde Ernährung bis hin zu Kneipp’schen Wassergüssen, die man direkt im Büro vornehmen kann. Durch das kalte Wasser werden Stoffwechsel und Durchblutung angeregt – eine wahre Wunderwaffe gegen Abgeschlagenheit und Müdigkeit!

Drei Kneipp’sche Soforthilfe-Tipps zur Burnout-Prophylaxe

Tipp 1: Der „Kneipp’sche Espresso“

Bei vielen geht nach der Mittagspause ohne Kaffee gar nichts mehr. Abhilfe schafft der Kneipp’sche Espresso. Dazu ein Waschbecken mit Wasser füllen und die Arme für 30 bis 40 Sekunden eintauchen, bis ein Kältegefühl spürbar wird. Anschließend durch Bewegung für Wiedererwärmung sorgen.

Tipp 2: 5-Minuten-Meditation

Auch für zwischendurch im Büro geeignet. Wenn man das Gefühl hat, die Arbeit wächst einem über den Kopf, hilft eine kleine Meditation. Bereits fünf Minuten reichen für einen Entspannungseffekt aus. Dazu einen Timer auf fünf Minuten stellen, die Augen schließen und tief ein- und ausatmen. Beim Abschalten hilft es, sich ein weißes Licht vorzustellen und sich auszumalen, dass es den ganzen Körper erfüllt. Nach den fünf Minuten einfach zu sich selbst sagen: „Ich bin entspannt und voller Energie.“

Tipp 3: Die Kraft der Kräuter

Priester Sebastian Kneipp erforschte vor fast 150 Jahren die Kraft der Heilkräuter, sein Wissen ist bis heute in der KurOase im Kloster präsent. Für einen Balance-Tee getrocknete Brennnesselblätter zusammen mit geriebenem Ingwer aufgießen und für ungefähr zehn Minuten ziehen lassen. Brennnessel regt den Stoffwechsel an und hilft dem Körper dabei, Giftstoffe auszuscheiden. Genau wie Ingwer stärkt sie zudem das Immunsystem. Im Frühling kann man Brennnessel auch ganz einfach selbst pflücken und trocknen.

Kolping-Akademie

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